Transparenz:
Dieser Beitrag ist unabhängig entstanden. Er enthält keine Kooperationen, keine Werbelinks für Punkte und keine Empfehlungen im Auftrag von Anbietern. Alle Inhalte basieren auf eigener Recherche.
Kreditkarten zum Meilen sammeln in Österreich
Vielleicht spielst du gerade mit dem Gedanken, dir eine Kreditkarte fürs Meilensammeln zu holen. Vielleicht hast du schon eine. Oder du fragst dich ganz grundsätzlich, ob sich das für dich überhaupt lohnt.
Meilen sammeln ist ein großes Thema – und oft unnötig kompliziert erklärt. Es geht nicht nur um Kreditkarten, sondern um Kosten, Sammelsysteme, Airlines und die ehrliche Frage, was dir das Ganze am Ende wirklich bringt.
Genau dabei soll dir dieser Beitrag helfen. Nicht mit einer Empfehlung, nicht mit einem Ranking, sondern mit einer klaren Einordnung: Brauche ich eine Kreditkarte? Kann ich sie mir leisten? Und passt sie überhaupt zu dem, was ich erreichen möchte?
Du kannst diesen Beitrag komplett lesen – oder dir gezielt die Abschnitte herausziehen, die für dich relevant sind. Beides ist völlig in Ordnung.
Welche Sammelsysteme gibt es – und warum ist das wichtiger als die Karte?
Bevor du dich für (oder gegen) eine Kreditkarte entscheidest, solltest du zuerst wissen, in welchem Sammelsystem du überhaupt sammelst. Denn nicht jede Karte führt zu denselben Airlines, und nicht alles, was gesammelt wird, sind automatisch „Meilen“.
Die folgende Übersicht zeigt dir vereinfacht, wie die wichtigsten Sammelsysteme in Österreich zusammenhängen. Danach ordnen wir die beiden Welten in Ruhe ein.
Für mich lässt sich der Unterschied gut auf einen Punkt bringen:
Miles & More = Star Alliance,
Membership Rewards = Zugriff auf viele Airlines außerhalb der Star Alliance.
Ich nehme meine Instagram-Community beim Thema Meilen sammeln in Österreich laufend mit – mit aktuellen Aktionen, Praxisbeispielen und ehrlichen Einschätzungen.
Wenn du das Thema regelmäßig begleiten möchtest, findest du mich auf Instagram: @fernweh.365
Miles & More Sammelsystem
In diesem System sammelst du Miles-&-More-Meilen. Das ist für viele der „klassische“ Weg, weil ein zentrales Meilenkonto dahintersteht und die Einlösung oft gut planbar ist.
Typisch für dieses System:
- Du sammelst echte Vielflieger-Meilen.
- Du bleibst in einem klaren Programm mit nachvollziehbaren Regeln.
- Payback kann eine starke Ergänzung sein (auch ohne Kreditkarte).
Membership Rewards (American Express)
American Express sammelt in Österreich Membership-Rewards-Punkte – das sind keine Flugmeilen. Diese Punkte können später zu unterschiedlichen Airline-Programmen oder auch Hotels übertragen werden.
Typisch für dieses System:
- Mehr Flexibilität, weil mehrere Airlines möglich sind.
- Unterschiedliche Transfer- und Einlösebedingungen je nach Airline.
- Mehr Planung nötig, weil nichts „automatisch“ passiert.
Membership-Rewards-Punkte lassen sich in Österreich nicht zu Miles & More übertragen. Diese Möglichkeit gibt es nur in Deutschland. Außerdem ist Membership Rewards nicht mit Payback kombinierbar.
Viele Entscheidungen scheitern daran, dass diese beiden Systeme vermischt werden. Deshalb kommt als nächstes der wichtigste Schritt überhaupt: dein persönliches Ziel. Erst wenn du weißt, wofür du sammeln willst, kannst du entscheiden, welches System (und ob eine Kreditkarte) zu dir passt.
Dein persönliches Ziel
Bevor wir über Kreditkarten sprechen, solltest du dir eine einzige Frage ehrlich beantworten: Was möchtest du mit deinen Meilen oder Punkten eigentlich erreichen?
Diese Frage klingt einfach, ist aber entscheidend. Denn viele sammeln jahrelang ein paar Punkte oder Meilen nebenbei – ohne klares Ziel. Die Enttäuschung kommt dann nicht, weil Meilensammeln nicht funktioniert, sondern weil ohne Ziel im falschen System gesammelt wurde.
Dein Ziel muss nicht perfekt formuliert sein. Es reicht, wenn du eine grobe Richtung kennst. Zum Beispiel:
- ein Business-Class-Flug auf der Langstrecke
- mehrere Economy-Flüge für die ganze Familie
- ein Upgrade statt eines kompletten Prämienflugs
- oder einfach flexibel einsetzbare Prämien
Diese Ziele unterscheiden sich massiv – nicht nur im Meilenbedarf, sondern auch darin, welches Sammelsystem überhaupt sinnvoll ist.
Wenn du dein Ziel kennst, kannst du viel besser einschätzen:
- wie viele Meilen du ungefähr brauchst
- wie lange du realistisch sammeln musst
- ob du dafür überhaupt eine Kreditkarte brauchst
- oder ob Payback allein für den Anfang völlig ausreicht
Erst mit diesem Ziel vor Augen macht es Sinn, sich die nächste Frage zu stellen: Brauche ich für mein Ziel überhaupt eine Kreditkarte?
Brauche ich überhaupt eine Kreditkarte?
Diese Frage lässt sich erstaunlich oft mit Nein beantworten – vor allem am Anfang. Meilen sammeln funktioniert in Österreich auch ohne Kreditkarte, zum Beispiel über Payback.
Erst wenn du weißt, wofür du sammelst – und merkst, dass du ohne Kreditkarte nur sehr langsam vorankommst oder dir die Meilen verfallen – wird sie überhaupt relevant.
Rentiert sich eine Kreditkarte für mich?
Eine Kreditkarte fürs Meilensammeln lohnt sich nicht automatisch. Sie kostet Geld – und bringt nur dann etwas, wenn sie zu deinem Alltag und zu deinem Ziel passt.
Eher keine gute Idee, wenn …
- dein Kartenumsatz niedrig ist
- du nur gelegentlich sammelst
- du Zusatzleistungen kaum nutzt
- du Payback bereits effektiv einsetzt
Kann sich rechnen, wenn …
- du regelmäßig mit Karte zahlst
- du dein Ziel kennst (z. B. Langstrecke, Familie)
- du bewusst in einem Sammelsystem bleibst
- du Versicherungen, Lounges oder Meilenschutz nutzt
Kurzer Realitätscheck
- Was kostet mich die Karte pro Jahr?
- Wie viele Meilen oder Punkte sammle ich realistisch?
- Würde ich mein Ziel auch ohne Kreditkarte erreichen?
Wenn du diese Fragen ehrlich beantwortest, hast du deine Entscheidung oft schon getroffen – ganz ohne Vergleichstabellen oder Hochrechnungen.
Kreditkarten im Überblick
Wenn du bis hierher gelesen hast, weißt du bereits, ob eine Kreditkarte für dich grundsätzlich infrage kommt. Jetzt geht es nicht um Empfehlungen, sondern um Orientierung.
Die folgende Übersicht zeigt dir die in Österreich relevanten Kreditkarten fürs Meilensammeln auf einen Blick – mit Fokus auf Sammelsystem, Kosten, Akzeptanz und Einordnung.
Keine der Karten ist automatisch sinnvoll. Manche eignen sich als Ergänzung, andere nur für bestimmte Situationen, wieder andere vor allem zum Schutz bereits gesammelter Meilen.
Die Übersicht soll dir helfen, diese Unterschiede schnell zu erkennen – ohne dass du dich durch Detailtexte arbeiten musst.
Nach der Tabelle findest du eine kurze Einordnung der einzelnen Karten – ruhig, sachlich und ohne Empfehlung.
Miles & More Mastercard (Österreich)
Diese Karte sammelt direkt Miles-&-More-Meilen und richtet sich an Menschen, die bewusst im Miles-&-More-Sammelsystem bleiben möchten.
Rolle im Sammelsystem
- direkter Meilenaufbau bei Miles & More
- klare Ergänzung zu Payback
- kein Umweg über Punktetransfers
Was die Karte gut kann
- übersichtliche Sammelstruktur
- gute Akzeptanz im Alltag (Mastercard)
- Meilen fließen direkt ins Vielfliegerkonto
- einfach verständlich, auch für Einsteiger
Wo ihre Grenzen liegen
- keine Flexibilität außerhalb von Miles & More
- Jahresgebühr muss durch Nutzung erst hereingeholt werden
- bei geringem Kartenumsatz langsamer Meilenaufbau
Wenn du deine Meilen primär über Payback sammelst und die Kreditkarte ergänzend einsetzen möchtest, kann sie ein Werkzeug sein – aber kein Muss.
Diners Club
Diners Club ist ein Kreditkartensystem in Österreich, das ebenfalls eine Verbindung zu Miles & More bietet. Unabhängig von der konkreten Karte folgt das Sammeln dabei immer demselben Prinzip.
Gemeinsame Grundlagen
- indirektes Sammeln für Miles & More über ein eigenes Punktesystem
- gesammelte Punkte können in Miles-&-More-Meilen umgewandelt werden
- 8 € Umsatz = 1 Bonuspunkt = 4 Miles-&-More-Meilen (z. B. 15 € → 4 Meilen, 16 € → 8 Meilen)
- Meilen gelten bei aktiver Karte als vor dem Verfall geschützt
- mit Payback kompatibel
- kein eigenes Airline-Partnernetz außerhalb von Miles & More
- Loungezutritte: Mindestumsatz von EUR 3.600 innerhalb der letzten 365 Tage vor Loungebesuch erforderlich
- eingeschränkte Akzeptanz im Alltag
- meist keine alleinige Hauptkarte
- klare Ausrichtung auf Miles-&-More-Nutzer
- weniger Fokus auf Sammelrate, mehr auf Meilenschutz
Welche der drei Karten – Vintage, Gold oder Golf – sinnvoll ist, hängt von den Zusatzleistungen und deinen persönlichen Reisegewohnheiten ab.
Zusatzleistungen – kurz eingeordnet
- Diners Club Gold: richtet sich an alle, die möglichst günstig Miles-&-More-Meilen schützen möchten.
- Diners Club Golf: interessant für Golfer – mit Golf-bezogenen Vorteilen (z. B. ermäßigte Greenfees, gratis Golf-Tasche auf Austrian-Flügen, je nach Partner/Programm).
- Diners Club Vintage: der höchste Versicherungsschutz im Diners-Portfolio und die meisten Loungezugänge.
American Express Platinum & American Express Gold
American Express Gold und Platinum unterscheiden sich weniger im Sammelsystem als im Leistungsumfang. Beide Karten basieren auf demselben Punktesystem – die Entscheidung hängt daher vor allem davon ab, wie viel Reise- und Komfortleistungen du tatsächlich nutzt.
Gemeinsame Grundlagen
- Punktesammeln im Membership-Rewards-System von American Express
- Spätere Übertragung der Punkte zu ausgewählten Airline-Programmen
- Kein Bezug zu Miles & More
- Keine Kombination mit Payback
- Kein Apple Pay / Google Pay Support (Österreich)
- Eingeschränkte Akzeptanz im Alltag
- Mehr Planung bei der Einlösung nötig als bei Miles-&-More-Meilen
- Besonders geeignet für Reisende außerhalb der Star Alliance
- Möglichkeit, über Freundschaftswerbung zusätzliche Punkte zu sammeln
American Express Platinum – Zusatzleistungen im Überblick
Loungezugang & Zusatzkarten
- Eine zusätzliche Platinum-Zusatzkarte ist inkludiert
- Beide Platinum-Karten erhalten jeweils einen Priority Pass
- Mit jedem Priority Pass ist eine weitere Person kostenlos inkludiert
Zusätzliche Gold-Karten
- Bis zu vier American Express Gold Karten kostenlos möglich
- Diese ermöglichen uneingeschränkten Loungezugang am Flughafen Wien
Weitere Platinum-Leistungen
- Loungezugänge weltweit
- Statusvorteile bei Hotels und Mietwagen
- Umfangreiche Reiseversicherungen
- Serviceangebote wie Entertainment- und Restaurant-Guthaben
Einordnung: Die Platinum lohnt sich nicht über das Punktesammeln allein, sondern dann, wenn Loungezugänge, Versicherungen und Zusatzleistungen regelmäßig genutzt werden.
American Express Gold – kurz eingeordnet
Loungzugang & Zusatzkarten
- Zwei zusätzliche Gold-Zusatzkarten sind inkludiert
- Alle drei Gold-Karten ermöglichen unbegrenzten Loungezugang am Flughafen Wien
Einordnung:
Die Gold Card richtet sich an Reisende, die das flexible Punktesystem von
American Express nutzen möchten, aber auf umfangreiche Zusatzleistungen
verzichten können. Der inkludierte Loungezugang in Wien kann vor allem
für Paare oder gemeinsam Reisende ein relevanter Mehrwert sein.
Fazit: Welches Sammelsystem passt zu dir?
Meilen sammeln ist kein Wettbewerb – und keine Pflicht. Es gibt nicht die eine richtige Kreditkarte und auch nicht das eine perfekte Sammelsystem.
Entscheidend ist, dass das, was du wählst, zu deinem Alltag passt: zu deinem Ziel, deinem Kartenumsatz und deiner Bereitschaft, dich mit dem Thema zu beschäftigen.
Für manche funktioniert Payback allein sehr gut. Andere möchten bewusst im Miles-&-More-System bleiben. Wieder andere schätzen die Flexibilität von Punktesystemen oder den Komfort umfangreicher Leistungen.
Und wenn du dich doch für eine Karte entscheidest, dann nicht, weil sie gerade beworben wird, sondern weil sie dich deinem persönlichen Ziel näherbringt.
Genau dafür sollte eine Kreditkarte da sein – nicht mehr, aber auch nicht weniger.
FAQ – Häufige Fragen:
Die Diners Club Gold Card mit aktuell rund 110 Euro pro Jahr.
Nein, das ist nur in Deutschland möglich. Nicht in Österreich.
Das lässt sich nicht pauschal beantworten und hängt vor allem von deinem Sammelssystem, den Airlines, deiner Flugdauer, der Flugstrecke und der Reisezeit ab. Als Referenz kann ich dir mitgeben: Flüge nach Nordamerika mit Miles & More kosten dich rund 65.000 bis 85.000 Meilen + rund 500 Euro Steuern & Gebühren.
Ja, die Ticketsteuern und Gebühren sind immer zusätzlich zum Meilenwert entrichten und die Höhen hängen von Airlines, Flughäfen, etc. ab.
Nein. Wenn du Payback clever einsetzt, schaffst du es auch damit ganz allein, erfolgreich Flugmeilen zu sammeln.
Nein, leider nicht.
Auf Miles & More sind deine Meilen 3 Jahre lang vor Verfall geschützt.
Im Prinzip ja. Leider hat jedoch jede dieser Kreditkarten ihre ganz eigenen Bedingungen dazu. Bei manchen müsst ihr als Familie verreisen, bei manchen gilt der Schutz auch einzeln. Einige Kreditkarten setzen die komplette Zahlung der Reise mit der Karte voraus.
Leider ist dieses Thema so umfangreich, dass man sich bei konkreten Fragen die exakten Bedingungen durchlesen muss.
Das ist definitiv die American Express Platinum.
In Österreich leider nicht. Deine Payback-Punkte sind aber 3 Jahre lang am Payback-Konto sicher. Überträgst du sie nach den 3 Jahren zu Miles & More hast du in Summe 6 Jahre Zeit Punkte und Meilen ohne Verfall zu sammeln – ganz ohne Kreditkarte.
Wenn man die Karte nur zum Sammeln nutzt und alle anderen Vorteile (Versicherung, Lounge) ignoriert, rechnet sich die Karte ab ca. 2.000 Euro Umsatz pro Monat. (Konservativ gerechnet mit 1,5 Cent pro Meile).
Lässt man auch hier alle anderen Vorteile außen vor, rechnet sich die Diners Club Gold ab 1.230 Euro Umsatz pro Monat (konservativ mit 1,5 Cent pro Meile gerechnet).



